Die Geschichte von AHA-Mode
Im August 1999 eröffnete Adriana Meier-Pianegonda einen winzig kleinen Textilladen in Rhäzüns. In einer Zwei-Zimmerwohnung entstand der erste Laden von AHA-Mode & Alles für die Handarbeit. Unterdessen hat sich das "kleine Lädeli" zu einem renommierten Textil- und Wollfachgeschäft entwickelt. Ausserdem ist AHA-Mode bekannt für sein vielföltiges Kurs- und Event-Programm. Ein kurzes Interview mit der Geschäftsführerin zur Firmengeschichte.
Adriana, was heisst eigentlich AHA?
Ganz einfach: Alles für die Hand-Arbeit!
Woher kommt deine Begeisterung für das textile Handwerk?
Schon als Kind im Alter von sechs Jahren lernte ich stricken, später nähen und sticken. Meine Berufung war klar, ich wollte Handarbeitslehrerin werden. Als Teenager strickte ich meine Pullis und nähte die meisten meiner Kleider selber. Oder ich schnitt Jeans auf und nähte daraus Schlaghosen, wie diejenigen von den Bay City Rollers.
Es gab eine Zeit in deinem Leben, in der du deiner Leidenschaft nur noch eingeschränkt nachgehen konntest. Wie kam es dazu?
Mit 14 Jahren traf mich ein Schicksalsschlag. Bei einem Unfall verletzte ich mir mein linkes Handgelenk folgenschwer. Zwar war das Gelenk nicht gebrochen, aber die Verwachsungen, die sich nach dem Schlag im Innern meines Handgelenkes bildeten, versteiften meine Hand. Ein Jahr nach dem Unfall war meine Hand nahezu steif. Stricken war nur noch unter grossen Schmerzen möglich und auch Näharbeiten waren mühsam.
Sticken ging aber noch?
Ja, zum Glück konnte ich immerhin noch mit meiner gesunden Hand sticken. So vertiefte ich mich in das Kunsthandwerk der Bündner Kreuzstiche. Ich war sehr ehrgeizig. Es musste auf der linken genau so gut aussehen wie auf der rechten Seite. In dieser Zeit entstand eine klassische Tischdecke mit altrosa Bündner Kreuzstichen.
Dein Traumberuf war ja immer Handarbeitslehrerin. Welche berufliche Laufbahn hast du stattdessen eingeschlagen?
Da ich mit den Schmerzen im Handgelenk unmöglich Handarbeitslehrerin werden konnte, begann ich mit 18 Jahren die Ausbildung als Biologielaborantin im Kantonsspital Chur. In dieser Zeit begegnete ich dem damals besten Handchirurgen weit und breit. Nach zwei aufwendigen Operationen war meine Hand wieder voll funktionstüchtig. Ich konnte endlich wieder Handarbeiten nach Lust und Laune. Es hält immer noch!
Und wie kam es letztlich zur Gründung von AHA-Mode?
Mein zukünftiger Mann schenkte mir zur Verlobung meine erste eigene Nähmaschine. Diese steht heute noch im Kursraum und wird an den Kursen fleissig genutzt. Nach der Heirat kam dann bald der erste Sohn zur Welt. Es war selbstverständlich, dass ich die Erstlingsstrampler selber strickte. Während der Familienzeit in den Neunzigerjahren dünnte sich das Angebot an guten Handarbeitsläden aus. Auf der anderen Seite weitete ich meine Aktivitäten immer mehr aus, und so entstand damals der Wunsch, selber einen Handarbeitsladen zu eröffnen.
Eckdaten
- 1999
Gründung von AHA-Mode & Alles für die Handarbeit - 2001
Die Drachenhaut (bunte und robuste Nähfolie) wird auf dem Schweizer Markt lanciert - 2001
Erste Mitarbeiterin wird eingestellt - 2001
www.aha-mode.ch wird aufgeschaltet - 2002
Adriana Pianegonda wird mit AHA-Mode & Alles für die Handarbeit Neuunternehmerin des Monats - 2002
Erste Lernende eingestellt... sie gehört heute noch zum Team - 2003
Umzug in grössere Räumlichkeiten innerhalb von Rhäzüns - 2006
Adriana Pianegonda erhält Diplom zur eidg. dipl. Textildetailhandelsspezialistin - 2007 bis 2015
Unterricht der überbetrieblichen Kurse im Textilhandel - 2007 bis 2012
Unterricht Warenbeschaffung Textildetailhandelsspezialist am SIU Zürich - 2008
Wahl zur Prüfungsexpertin Kanton GR - 2009
Wahl in die eidg. Prüfungskommision als Branchenautorin Wolle, Stoffe, Heimtex - 2011
Umzug nach Chur mit AHA-Mode & Alles für die Handarbeit - 2011
Onza, das Denkmal für die Handarbeit wird eingeweiht - 2012
Wahl zur Prüfungsexpertin Kanton SG - 2012
Wahl zur Präsidentin von wolle-schweiz - 2013
neuer Webauftritt, Vorbereitungen für e-Shop laufen auf Hochtouren - 2014 / 2015
Grosse Rochade im Team aufgrund von Lehrabschlüssen, Pensionierungen und Neuorientierung einer Mitarbeiterin. Der Wechsel verläuft reibungslos. - 2016
Der Eurosturz und die Reduktion der handwerklichen Fächer sowie der nachlassende Boom beim Stricken und Häkeln bringen grosse Herausforderungen mit sich. Zwei Stellen müssen abgebaut werden. Die Stellen von zwei Abgängen werden nicht mehr ersetzt. - 2016
Grosses Urban-knitting-Projekt an der Kreuzgasse mit 5-Jahr-Jubiläum in Chur. - 2017
Namensänderung der Familie Meier: Seit dem 22.3.2017 heisst die ganze Familie mit den vier Söhnen Pianegonda. Das ist der Ledigname von Adriana, der sonst in der Schweiz verschwunden wäre. Nonno Carlo hat über das ganz Gesicht gestrahlt! - 2019
AHA-Mode feiert sein 20-Jahr-Jubiläum. Aufgrund internen Umstrukturierungen und Veränderungen des Marktes, zeigt sich AHA schlanker und flexibler denn je. Das Änderungsatelier wird aufgehoben, dafür wird das Kursangebot ausgeweitet und umstrukturiert. Das Team ist mit einem Durchschnittalter von 32 Jahren jünger denn je. - 2020
Im Zuge der Lockerungsmassnahmen während der Coronakrise, wird am 16. April bekanntgegeben, dass Baumärkte wieder öffnen dürfen, während Stoff- und Wollläden nach wie vor geschlossen bleiben müssen. Dies haben wir zum Anlass genommen, unseren Handelsregistereintrag zu ändern. Wir sind seit dem 29. April 2020 der erste und bisher einzige reine Textil-Baumarkt der Schweiz. Die Wiedereröffnung hat am 30. April stattgefunden. Mit behördlicher Genehmigung. Doch nicht nur im Märchen, sondern auch im realen Leben wird mit ungleichen Spiessen gekämpft. Über Nacht ist vom BAG die Verordnung geändert worden und wir mussten wieder schliessen. In der neuen Verordnung wird festgehalten, dass Baumärkte schwerlastig Holz- und Ziegelsteine verkaufen müssen. - 2021
Im Januar ist der ganze Corona-Spuk noch immer nicht vorbei und erneut werden die Läden in einen Lockdown geschickt. Man lernt aus der Vergangenheit, und die getroffenen Vorkehrungen, für die Zeit während der Schliessung, sind schon lange getroffen. Anstatt untätig und frustriert herumzusitzen, ist hinter verschlossenen Türen gewirkt, gewerkt, gehobelt, gefräst, genagelt und geschraubt worden. Entstanden ist ein zweistöckiges Ladengebäude: Im Erdgeschoss lassen sich Stoffe und Kurzwaren, Nähmaschinen und die gesamte Mercerie finden. Im ersten Stock ist das Strickparadies Wollhalla unterbegracht, das keine Wünsche offen und das Herz der Strickerinnen und Stricker höher schlagen lässt. - 2024
25-Jahr-Jubiläum
Eröffnung des Limbus (Woll-Brocki) in der Wollhalla
Lancierung der ersten Knits'n'Knots